ETS ErodierTechnik Ludwig Schleicher
 
 
 
 

 

 Erodieren Erodieren etwas genauer betrachtet ...

Elektrische Entladung:
Um einen Funken zwischen den beiden Elektroden zu erzeugen, muss eine Spannung angelegt werden, die grösser ist als die Durchbruchsspannung des Funkenspalts (Zwischenraum Elektrode-Werkstück).

Diese Durchbruchsspannung ist abhängig:

Von der Entfernung zwischen der Elektrode und dem Werkstück
Von der Isolierfähigkeit des Dielektrikums
Vom Verschmutzungszustand des Funkenspalts (Erosionsrückstände).

An der Stelle, an der das elektrische Feld am stärksten ist, wird eine Entladung stattfinden.

Das wird das Endergebnis eines ganzen Prozesses sein.

Unter der Einwirkung dieses Feldes werden freie (positive) Ionen und Elektronen beschleunigt, erreichen grosse Geschwindigkeiten und bilden sehr schnell einen ionisierten und damit leitenden Kanal.

In diesem Stadium kann der Strom fliessen. Der Funke entsteht zwischen den Elektroden und provoziert zwischen den Teilchen eine unendliche Zahl von Kollisionen.

 

 

Es entsteht eine Plasmazone. Sie erreicht schnell sehr hohe Temperaturen der Grössenordnung von 8000 bis 12000'C und bildet sich weiter aus unter der Einwirkung der immer zahlreicher werdenden Stösse die ein lokales und momentanes Schmelzen einer gewissen Materialmenge an der Oberfläche der beiden Leiter hervorrufen.

Gleichzeitig bildet sich aufgrund der Verdampfung der Elektroden und des Dielektrikums eine Gasblase, deren Druck gleichmassig bis zum Erreichen eines sehr hohen Wertes ansteigt.

Im Moment der Stromunterbrechung führt das plötzliche Absinken der Temperatur zur Implosion der Blase. Dabei entstehen dynamischeiKräfte, die das geschmolzene Material aus dem Krater herausschleudern.

Das erodierte Material wird dann im Dielektrikum in Form kleiner Kügelchen fest und wird von letzterem abtransportiert.

Die Erodierung an der Einheit ElektrodeWerkstück ist unsymmetrisch und wird insbesondere von der Polarität, der Temperaturleitfähigkeit, der Schmelztemperatur der Materialien, der Dauer und der Intensität der Entladungen bestimmt.

Sie heisst Abbrand, wenn sie an der Elektrode stattfindet, und Materialabtrag, wenn sie am Werkstück erfolgt.

   
Bearbeitung mittels Draht:
Verwendung für die Herstellung von Schnittmatrizen und -Stempeln, Ziehdüsen und aller anderer komplexer durchgängiger Profile. Die Profile werden mittels einer dünnen Drahtelektrode realisiert, die sich in X, Y und U, V gleichzeitig bewegen kann.
 
  Bearbeitung mittels Einsenken:
Verwendung für die Herstellung von Spritzformen, Pressformen und jedweder komplex geformter Einsenkungen oder Volumina. Der Formabdruck wird mittels einer Elektrode realisiert, die die negative Form des gewünschten Resultats hat.